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Personenregister der autobiographischen Schriften

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A

Anne (bzw. Anna) Abraham

Eine Bekannte, für die Catty schwärmt.

 

Pastor Andresen

Lehrer von FR am Lehrerinnenseminar in Lübeck.

 

B

Bernhard

Pastor Bernhard war ein enger Freund von FRs Eltern; Spitzname seiner Frau: Pastete.

Anne Bodenhausen

Postpseudonym von FRs, unter dem sie Briefe von Emanuel Fehling empfing.

Luise von Bodenhausen

Eine Freundin von FR im Freiadligen Magdalenenstift in Altenburg 1886/87.

Bödeker

Lehrer von FR am Lehrerinnenseminar in Lübeck.

Familie Buchholz

Freunde der Familie Reventlow aus Lübeck.

Arnold Braune

Stiftspfarrer in Altenburg von 1881 bis Juli 1887. FR besucht seinen Konfirmationsunterricht und schwärmt etwas für ihn.

 

C

Anna Claussen

Schulkameradin von FR am Lehrerinnenseminar.

Auguste von Cossel, gen. Melone

Tochter des Kammerherrn Hans Detloff v. Cossel.

 

D

Paul Anton de Lagarde

Orientalist und kulturphilosophischer romantischer Nationalist. Werke u.a.: Über das Verhältnis des deutschen Staates zu Theologie, Kirche und Religion, Programm für die konservative Partei Preußens.

 

E

Clara Eckhoff

Schulkameradin von FR am Lehrerinnenseminar.

Dr. Ernst

Französischlehrer von FR am Lehrerinnenseminar in Lübeck.

Hanns Heinz Ewers

Schriftsteller (1871-1943), Autor des Romans Alraune. Besucht (vermutlich zwei Klassen über Emanuel Fehling) zusammen mit Heinrich Mann das Katharineum-Gymnasium in Lübeck.

 

F

Familie Fehling

Eltern:

Geschwister:

  • Kurt (geb. 1874)
  • Ferdinand (1875-1946)
  • Wolfgang (geb. 1877)
  • Otto (geb. 1878)
  • Emanuel (1873-1932)
  • Walter (geb. 1880)
  • Ada (geb. 1881)
  • Jürgen (1885-1968, Theaterregisseur)
  • Maria (1890-1929)

 

Grethe Fehling

Cousine von Emanuel Fehling und Freundin von FR. Mitglied des Ibsenclubs.

Johannes Emanuel Fehling

Geboren 1873, gestorben 1932. Engster Jugendfreund FR. Mitglied des Ibsenclubs.

Machte sein Abitur am Katharineum in Lübeck und war dort mit FRs Bruder Catty befreundet.

Erscheint im autobiographischen Roman Ellen Olestjerne als "Friedel Merold".

Emil Ferdinand Fehling

Geb. 1847, gest. 1927. Vater von Emanuel Fehling.

Wurde 1896 in den Lübecker Senat gewählt und war von 1917 bis 1920 Präsident des Senats (was einem Bürgermeister entspricht).

Ferdinand Fehling

Geb. 1875, gest. 1946. Älterer Bruder von Emanuel Fehling. Historiker und Professor an der Universität Heidelberg. Schwiegersohn von Max Planck.

Maria Fehling

Jüngste Schwester von Emanuel Fehling. Gehörte in München dem Kreis um Stefan George an. Starb 1929 durch Selbstmord.

Marie Fehling

Geb. 1853, litt lange Jahre an Depressionen und starb 1906 im Sanatorium. Mutter von Emanuel Fehling.

Einzige Tochter des Lyrikers Emanuel Geibel.

Paul Fehling

Vetter von Emanuel Fehling. Mitglied des Ibsenclubs.

 

G

Wolfgang Gans, edler Herr von und zu Putlitz

Freund von Karl (Catty) R. und Emanuel Fehling.

Willy Grétor, eigentlich Vilhelm Petersen

Geboren 1867, gestorben 1923. Maler, Kunstkenner und "Hochstapler".

In Paris liiert mit Maria Slavonia, der Schwester von Karl Schorer, die er verlässt, nachdem sie ein Kind von ihm erwartet.

In Paris befreundet mit Albert Langen, den er mit Knut Hamsun bekannt macht, und darüber hinaus behilflich ist, Langens ererbtes Vermögen zu eliminieren, indem er ihm gefälschte Kunstwerke verkauft.

Familie Gutschow

Die Treffen des Ibsenclubs fanden vermutlich abwechseln bei den Gutschows und den Schorers statt.

Else Gutschow

Cousine von Emanuel Fehling. Tochter eines Gutspächters. Freundin von FR. Zu ihr flieht FR im April 1893 aus dem Pfarrhaus in Adelby. Mitglied des Ibsenclubs.

Unterrichtete als Lehrerin im Ausland, studierte in Zürich und Straßburg Kunstgeschichte und promovierte in diesem Fach. Sie heiratet Ernst Polaczek, den Kunsthistoriker und Direktor des Hohenlohe-Museums in Straßburg. Sie starb 1908 bei der Geburt des ersten Kindes.

Grethe Gutschow

Cousine von Emanuel Fehling. Mitglied des Ibsenclubs.

Mieze Gutschow

Cousine von Emanuel Fehling. Mitglied des Ibsenclubs.

Gräfin Hardenberg

Besitzerin von Gut Blomenburg bei Preetz.

 

H

Anna Hagenström

Schulkameradin von FR am Lehrerinnenseminar.

Hausberg

Lehrer von FR am Lehrerinnenseminar in Lübeck.

Frl. Heine

In der Nähe von Preetz lebende Malerin und Bildhauerin. Gibt FR im Auftrag von deren Tante Fanny Gräfin Rantzau Malunterricht.

Im autobiographischen Roman Ellen Olestjerne erscheint sie als "Fräulein Hunius".

Gunnar (Hermann) Heiberg

Norwegischer Dramatiker (1857-1929). Wirkte als rationalistischer Sprachreformer.

 

I

Ibsenclub

Leicht konspirative Vereinigung junger Leute aus Lübeck, die gemeinsam die Werke der modernen Literatur lasen, insbesondere skandinavischen Literatur und dort vor allem die Werke von Ibsen (daher der Name).

Mitglieder (soweit bekannt):

 

J

Jörns

Lehrer von FR am Lehrerinnenseminar in Lübeck.

 

K

Charlotte von Kutzleben

Eine Freundin von FR im Freiadligen Magdalenenstift in Altenburg 1886/87.

 

L

Albert Langen

Verleger von FR und Auftraggeber FRs für Übersetzungen. Herausgeber des Simplicissimus.

Viktor von Levetzow

Vetter von FR.

Erscheint im autobiographischen Roman Ellen Olestjerne als Geerd.

Lindenberg

Lehrer von FR am Lehrerinnenseminar in Lübeck.

 

M

Dr. Julius Mannhardt

Autor des Katechismus der Moral und Politik; seine Frau: Julie Mesmer; seine Tochter Natalie ist eine enge Freundin FRs.

Heinrich Mann

Geboren am 27.3.1871 in Lübeck, gestorben am 12.3.1950 in Santa Monica/Kalifornien. Ältester Bruder von Thomas Mann und bedeutender Schriftsteller (Der Untertan). Besuchte in Lübeck das Katharineum.

Natalie Mannhardt

Freundin von FR in Lübeck. Tochter von Julius Mannhardt, dem Autor des Buches Katechismus der Moral und Politik, das FRs Vater ihr zum 20. Geburtstag geschenkt hatte.

Leony von Massow

Freundin ("Flamme") von FR während ihrer Zeit in Altenburg.

Familie Mesmer

Familie Mesmer von Saldern gehörte das Gut Schlierensee bei Preetz

Anni Mesmer

Tochter der Familie Mesmer.

Erich Mühsam

Geboren am 6.4.1878 in Berlin, am 11.7.1934 ermordet im KZ Oranienburg. Revolutionärer Lyriker, Dramatiker und Essayist.

Verbrachte seine Kindheit und Jugend in Lübeck (Wohnung in der Moislinger Allee 2c in der Nachbarschaft der Reventlows). Seinem Vater gehörte die St.-Lorenz-Apotheke.

Nach Besuch des Katharineums und Apothekerlehre verlässt er Lübeck 1900.

Lebt von 1911 bis 1914 und von 1918 bis 1919 in München.

[Biografie]

? Mühsam

Geb. 1878, gest. 1934. Schwester von Erich Mühsam. Besuchte (in einem jüngeren Jahrgang) zusammen mit FR das Lehrerinnenseminar.

 

N

Graf Friedrich v. Noer

Besitzer von Gut Noer, Vater von Carmen Noer, die 1894 den Grafen Ernst zu Rantzau (Bruder von Graf Brockdorff-Rantzau) heiratete, einen Vetter ersten Grades von FR.

 

O

Adele Oppenheimer

Wahrscheinlich eine Verwandte von Emanuel Fehling.

 

P

 

Q

Juliane (Liane) Benedicte Sophie Louise Caroline von Qualen, geb. Gräfin zu Reventlow

Geboren am 22.6.1818 in Sandbjerg, gestorben am 16.12.1903 in Wulfshagen.

Schwester von FRs Vater Ludwig, somit Tante von FR. In ihrer Ehe mit dem 1882 gestorbenen Carl von Qualen kinderlos geblieben, adoptierte sie die Tochter ihres ältesten Bruders Arthur, Benedicte Gräfin zu Reventlow. Als diese sich mit FRs Bruder Ludwig verlobt hatte, wurden beide von ihr als Erben von Gut Wulfshagen eingesetzt.

Dem jüngsten Bruder von FR, Karl Reventlow (Catty), vermachte sie das Gut Damp (Kreis Eckernförde).

 

R

Fanny Gräfin zu Rantzau

Geboren 1845, gestorben 1917. Unverheiratet gebliebene Schwester von FRs Mutter, somit ihre Tante.

Sie lebte als Stiftsfräulein auf Kloster Preetz, wo FR sie in ihrer Jugend häufig besuchte. Sie war sehr kunst- und literaturinteressiert, war mit Theodor Storm befreundet, und förderte die künstlerischen Neigungen von FR, indem sie ihr ein Atelier einrichtet und für Malunterricht durch Frl. Heine, eine in er Nähe lebende Malerin sorgt.

Fritz Graf zu Rantzau

Ein Vetter FRs ersten Grades.

Dr. Reuter

Hausarzt der Familie Reventlow.

Agnes Sophie Amalie Klara Gräfin zu Reventlow

Geboren am 3.12.1861 in Preetz, gestorben 27.9.1947 als Stiftsdame in Kloster Preetz. Älteste Schwester von FR.

Sie hatte stets eine besonders enge Beziehung zu ihrem Vater und lebte bis zu dessen Tod 1893 bei den Eltern. Als FRs Mutter, die dann nur noch eine Witwenpension bezog, den Haushalt in Lübeck auflöste und als Stiftsdame in das Adelige Kloster in Preetz zog, folgte Agnes der Mutter.

Sie lebt zunächst mit ihrer Mutter in einem zweistöckigen Haus, nach deren Tod 1905 alleine bis zu ihrem Tod 1947. Sie wird auf Gut Damp bestattet.

Erscheint im autobiographischen Roman Ellen Olestjerne als Marianne.

Sophie Benedicte Christiane Charlotte Caroline Gräfin zu Reventlow

Geboren 21.11.1854 in Tondern, gestorben am 22.10.1929 in Kiel.

Eine Nichte von FRs Vater. Wurde von ihrer Tante Liane von Qualen adoptiert und heiratete am 15.10.1892 FRs Bruder Ludwig.

Carl Hermann Ernst Friederich Otto Detlev Graf zu Reventlow, genannt Catty

Geboren am 2.2.1874 in Husum, gestorben 11.10.1961 als Besitzer von Gut Damp, das er durch Erbschaft erworben hatte und königlich preußischer Major a.D. Jüngster Bruder von FR.

In der Kindheit wurde er von den Geschwistern "Katz" genannt. Er erhielt zunächst zusammen mit FR Hausunterricht. In Lübeck besuchte er das Katharineum-Gymnasium, wo er sich mit Emanuel Fehling befreundete, der ihn in den Ibsenclub einführte.

Das Verhältnis zwischen Catty und FR war sehr eng und liebevoll. Er war Mitwisser und Komplize bei der heimlichen Brieffreundschaft zwischen FR und Emanuel Fehling und als hielt zu ihr, als die Mutter 1893 FR den Besuch des sterbenden Vaters verwehrte.

Das enge Verhältnis zu FR erfuhr 1894 einen Bruch, nachdem sich Catty FRs wegen duelliert haben soll. Details dieses Vorgangs sind nicht bekannt.

Im Frühjahr 1891 geht er nach Berlin, um dort Jurisprudenz zu studieren.

Erscheint im autobiographischen Roman Ellen Olestjerne als Detlev.

Emilie Julie Anna Louise Gräfin zu Reventlow, geb. Gräfin zu Rantzau

Geboren am 19.4.1834 in Sønderborg (Dänemark), gestorben am 19.11.1905 in Preetz. Mutter von FR.

Ernst Christian Einar Ludwig Detlev Graf zu Reventlow

Geboren am 18.8.1869 in Husum, gestorben am 15.4.1937. Bruder von FR.

Nach dem Abitur in Husum im Frühjahr 1887 geht er auf die Marineakademie in Kiel und ist häufig auf See unterwegs.

Er heiratet am 14.3.1895 die Französin Blanche Comtesse d'Allemon (1873-1937), deren Adel den Eltern als dubios galt. Wegen der unstandesgemäßen Beziehung gesellschaftlich isoliert, muss er den Dienst bei der Marine quittieren und arbeitet fortan als produktiver (und erfolgreicher) politischer Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber.

Ab 1924 Mitglied der "Deutschvölkischen Freiheitspartei", die später in der NSDAP aufgeht, für die er dann in den Reichstag einzieht.

Erscheint im autobiographischen Roman Ellen Olestjerne als Erik.

Fanny (Franziska) Sophie Auguste Liane Adrienne Wilhelmine Gräfin zu Reventlow

Geboren am 18.5.1871 in Husum, gestorben am 26.7.1918 in Ascona. In offiziellen Dokumenten (Pässen u.ä.) erscheint sie stets mit dem ungeliebten Rufnamen Fanny. Auch die Briefe an Emanuel Fehling unterzeichnet sie noch so. Ab ihrem Aufenthalt in München verwendet sie den Namen Franziska.

In der Kindheit wurde sie von den Geschwistern "Fuchs" genannt.

Ihre Geschwister:

[Biographie] [Bildmaterial]

Georg Carl Ernst Graf zu Reventlow

Geboren am 16.8.1839 in Schleswig, gestorben am 17.6.1910 in Kiel. Besitzer von Gut Kaltenhof. Durch Heiraten Verwandtschaft mit FRs Eltern und damit mit ihr selbst.

Georg Christian Eugen Heinrich Graf zu Reventlow, genannt Bubi

Geboren am 18.2.1874, gestorben mit 17 Jahren durch Selbstmord am 6.5.1891 in Lübeck. Sohn des alten Grafen Georg zu Reventlow. Besuchte das Katharineum in Lübeck und war bei Pastor Bernhard in Pension.

Ludwig Christian Detlev Friederich Graf zu Reventlow

Geboren am 6.1.1824 in Sandberg, gestorben am 14.6.1893 in Lübeck. Vater von FR.

Sohn des Königlich dänischen Kammerherrn und Oberstleutnant a.D. Ludwig Detlev Graf zu Reventlow (1780-1857) und der Freiin Agnes zu Hammerstein a.d.H. Loxten (1795-1824). Er studierte in Kiel und Heidelberg Jurisprudenz.

Ab 1848 kämpfte er auf der Seite Schleswig-Holsteins gegen Dänemark, das damals versuchte, sich das Herzogtum Schleswig einzuverleiben. In der Schlacht bei Bau geriet er in dänische Gefangenschaft. Nach dem Sieg der Dänen und der Auflösung der schleswig-holsteinischen Armee nimmt er 1851 seine juristischen Studien wieder auf, arbeitet nach seinem Examen zunächst als Rechtsanwalt in einer Kanzlei in Schwerin und dann als Advokat in Kiel. Während dieser Zeit beteiligt er sich am politischen Kampf für einen Anschluss Schleswig-Holsteins an Deutschland, was zum Erlass von (wirkungslos bleibenden) Haftbefehlen gegen ihn und seine politischen Freunde durch die dänische Regierung führt.

Nach Sieg Preußens und Österreichs über Dänemark 1864 wird Ludwig Reventlow zunächst Amtmann in Fehmarn. Der Sieg Preußens über Österreich bei Königsgrätz 1866 bringt die Einverleibung Schleswig-Holsteins in das Königreich Preußen und Ludwig Reventlow wird ab 1866 zunächst Amtmann von Husum und Oberstaller der Landschaft Eiderstedt westlich von Husum, und ab 1868 erster preußischer Landrat des Amtes Husum. Diese Stellung hat er bis zu seiner Pensionierung 1889 inne, da ihm wegen seiner wohl etwas unpreußischen Amtsführung ein weiterer Aufstieg versagt bleibt.

Am 20.7.1860 hatte er nach siebenjähriger Verlobungszeit Emilie zu Rantzau geheiratet. Die ältesten Kinder Agnes, Theodor und Ludwig werden noch während seiner Zeit in Kiel geboren. FR und Catty, der jüngste Bruder, werden auf Schloss Husum geboren.

Die Familie siedelte nach der Pensionierung nach Lübeck über. Ab 1889 beschäftigt er sich mit einer Familiengeschichte auf wissenschaftlichem Niveau, die 1892 mit dem Titel Das Geschlecht der Reventlows in der Universitätsbuchhandlung Kiel erscheint.

Am 14.6.1893 stirbt er nach einer Operation an Darmverschlingung, offenbar eine Familienkrankheit der Reventlows: der Tod von FR verlief ganz ähnlich.

FR spricht von ihrem Vater oft als dem "Greis", beide Elternteile manchmal die "Greise", manchmal "die jungen Leute". Im autobiographischen Roman Ellen Olestjerne erscheinen die Eltern als "Freiherr und Freifrau Olestjerne".

Ludwig Ernst Adolph Detlev Reventlow

Geboren am 5.7.1864 in Kiel, gestorben am 22.5.1906 in Wiesbaden. Bruder von FR.

Besuchte das Gymnasium in Husum und studierte anschließend Jurisprudenz in München und Kiel. In München gehört er zwar einer schlagenden Verbindung an, hat aber auch Kontakte zu sozialistischen Kreisen. Dort hört er einen Vortrag von August Bebel.

Es folgt eine Referendarszeit in Greifswald, wo er 1887 das Referendars-Examen macht. Sein Assessor-Examen macht er 1892, nachdem er den Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger bei den 9. Jägern in Ratzeburg geleistet hat, den er als Reserveoffizier abschloss.

Im April 1890 teilt er seinen Eltern die Verlobung mit Sophie Eysen mit. Eine Verbindung mit einer bürgerlichen Jüdin wird von seinen Eltern nicht als standesgemäß betrachtet. Es kommt zu einem heftigen Konflikt, in dessen Verlauf FR sich auf die Seite von Ludwig stellt. Dieser gibt schließlich nach und löst die Verlobung.

Ebenfalls in diesem Jahr kommt es zu Auseinandersetzungen, da es heißt, er habe bei den Reichtagswahlen in diesem Jahr sozialdemokratische gewählt. Er dementiert das gegenüber seinem Bruder Ernst, bestätigt es aber gegenüber FR.

Von 1892 bis 1896 arbeitet er als Rechtsanwalt in Kiel, wo er hauptsächlich Arbeiter vertrat und sich mit den sozialen Fragen der Zeit beschäftigte.

Heiratete am 15.10.1892 Benedikta Gräfin zu Reventlow. Erbte dadurch mit seiner Frau Gut Wulfshagen, wo er ab 1896 wohnt und sich um die Verwaltung des Gutes kümmert. Er bemüht sich um eine Verbesserung der sozialen Situation der Gutsarbeiter und führt 1900 auch eine Gewinnbeteiligung ein.

Mit der Flucht FRs aus dem Pfarrhaus in Adelby und der tödlichen Krankheit des Vaters kommt es 1893 zu einem Zerwürfnis mit FR. Ludwig gibt FR die Schuld an der Erkrankung des Vaters und droht ihr mit Entmündigung.

1903 wurde er als Abgeordneter der "Deutschsozialen Partei" in den Reichstag gewählt, weshalb er sich ab dann häufig und für längere Zeit in Berlin aufhielt. Er war kein Hinterbänkler, sondern offenbar ein begabter Rhetoriker, der dem damaligen Reichkanzler von Bülow in einem berühmten Rededuell in der Reichstagssitzung vom 1.2.1905 hart zusetzte.

Am 22.5.1906 starb er in Wiesbaden an Nierenkrebs , wo er sich nach einer Nierenstein-Operation als Rekonvaleszent aufhielt.

Theodor Carl Ludwig Detlev Graf zu Reventlow

Geboren am 24.12.1862 in Kiel, gestorben 21.5.1878 in Husum. FRs mit 15 Jahren verstorbener ältester Bruder.

Erscheint im autobiographischen Roman Ellen Olestjerne als Kai.

Amélie Roquette

Leiterin des "Privat-Lehrerinen-Seminars" in Lübeck, das FR von Oktober 1890 bis April 1892 besuchte.

Frl. Roquette hatte dieses Seminar mit angeschlossener Mädchenschule 1877 zusammen mit ihrer Schwester Clara Roquette eröffnet.

 

S

Schluse

Siehe Schorer.

Familie Schorer

Der Umgang FRs mit der Familie Schorer war von FRs Mutter nicht gern gesehen.

Erscheint in den Briefen an Emanuel Fehling als Familie Schluse.

Alwine Schorer

Jüngere Schwester von Karl Schorer. Mitglied des Ibsenclubs.

Karl Schorer

Nach Abbruch der Beziehung zu Emanuel Fehling wird Schorer FRs zweiter Freund in Lübeck.

Erscheint in den Briefen an Emanuel Fehling als "Schluse".

Erscheint im autobiographischen Roman Ellen Olestjerne als "Ernst Allersen".

Maria Schorer

Geb. 1865, gest. 1931. Schwester von Karl Schorer. Unter dem Künstlernamen Maria Slavona bedeutende Malerin des Impressionismus.

Im Gegensatz zu FR wurde Marias malerische Begabung von Anfang an von ihren Eltern gefördert, die ihr ab 1882 eine Ausbildung in Berlin (Mitschülerin von Käthe Kollwitz) und dann in München und Paris ermöglichten. Dort lernt sie Willy Grétor kennen, mit dem sie ein Atelier bezieht. Als sie Grétor eine Tochter erwartet, verlässt er sie.

Otto Schorer

Jüngerer Bruder von Karl Schorer. Mitglied des Ibsenclubs.

Theodor Schorer

Geboren 1836, gestorben 1918. Apotheker, Chemiker und vereidigter Gerichtsmediziner in Lübeck. Vater von Karl Schorer.

Besitzer der traditionsreichen Löwenapotheke. Er betrieb nicht nur naturwissenschaftliche Forschung, sondern engagierte sich auch in der Lübecker Kommunalpolitik. Zusammen mit seiner Frau Ottilie führte er ein gastfreies Haus für seine kunst- und literaturinteressierten Freunde und die seiner Kinder.

Klara Schramm

Schulkameradin von FR am Lehrerinnenseminar.

von Seckendorff

Oberhofmeister des Prinzen Heinrich v. Preußen, des Bruders Kaiser Wilhelms II.

Siegfried Seligmann

Apotheker in Lübeck. Vater von Erich Mühsam.

Adolf Stoecker

Evangelischer Geistlicher, 1874 bis 89 Hof- und Domprediger in Berlin, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und des Deutschen Reichstags, streng kirchlich orthodox und konservativ.

Dr. Aemil Storm

Hausarzt der Reventlows in Husum. Bruder von Theodor Storm.

Dorothea Storm, genannt Do oder Dodo, geb. Jensen

Witwe des Dichters Theodor Storm. Lucie und Gertrud (Dette) Storm, beider Töchter. [Bild]

Lucie Storm, gen. Lute

Geb. 1860, gest. 1935. Tochter von Theodor und Dorothea Storm..

Hans Theodor Woldsen Storm

Geboren am 14.9.1817 in Husum, gestorben am 4.7.1888 in Hademarschen. Deutscher Dichter, der vor allem durch die Novelle Der Schimmelreiter bekannt wurde.

Er war 1864 in seine Geburtstadt Husum zurückgekehrt, dort zunächst Landvogt und ab 1867 bis 1880 erster deutscher Amtsrichter in Husum. Er und der Vater von FR wurden Freunde und zwischen den Familien entwickelte sich ein reger Verkehr.

[Biografie]

Familie Sydow

Eine den Reventlows befreundete Familie.

 

T

Ferdinand Tönnies

Geboren am 26.7.1855 auf dem Hofe 'Die Riep' im Kirchspiel Oldenswort, Landschaft Eiderstedt; Herzogtum Schleswig, gestorben am 11.4. 1936 in Kiel. Professor an der Universität Kiel, Soziologe und Philosoph. Befreundet mit FR und Karl (Catty) Reventlow, später auch mit Agnes Reventlow.

Tönnies studierte nach der Reifeprüfung am humanistischen Gymnasium in Husum von 1872 ab Philologie und Geschichte an den Universitäten Jena, Leipzig, Bonn, Berlin, Kiel und Tübingen. Nach der Promotion 1877 widmete er sich (hauptsächlich privaten) wissenschaftlichen Studien. Einen Schwerpunkt dabei bildete die Beschäftigung mit dem englischen Philosophen Hobbes. Nach dem Tode seines Vaters (1883) lebte er teils bei der Mutter in Husum, die dort im Kavaliershaus von Schloss Husum lebte, teils auf Reisen, so 1883 in der Schweiz, 1884, 1886, 1888 jedesmal einige Wochen in London, 1888 auch in Paris, um dort Hobbes-Studien zu treiben. Nach seiner Heirat 1894 wohnte Tönnies in Hamburg.

[Biographischer Artikel: Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft]

[Biographischer Artikel: Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikons]

[Biographischer Artikel: Wikipedia]

 

U

 

V

 

W

Editha Gräfin Warthensleben

Freundin ("Flamme") von FR in Altenburg. Sie wird zur Ursache von FRs Rausschmiss aus Altenburg. FR hat von geliehenem Geld und über eine andere Schülerin ein Geschenk für Editha gekauft. Geld zu leihen ist aber streng verboten. Es kommt auf und Franziska wird der Schule verwiesen.

Anna Wiechers

Cousine von FR.

Käthe Wohlert

Schulkameradin von FR am Lehrerinnenseminar und Mitglied im Ibsenclub. Wird später Lehrerin.

Heinrich Wohlert

Bibliothekar. Bruder von Käthe Wohlert. FR leiht sich über Käthe von ihm öfters Bücher, u.a. Turgenjews Väter und Söhne und Werke von Schopenhauer und befragt ihn betreffend der Abfassung eines Lebenslaufes, der zum Eintritt in das Lehrerinnenseminar gefordert wird.

 

XY

 

Z

Elisabeth Gräfin Zedlitz-Trützschler

Von 1856 bis 1888 Stiftspröpstin am Freiadeligen Magdalenenstift zu Altenburg.

Ihr oblag unter anderem die Kontrolle der ein- und abgehenden Post. Wegen eines aufgedeckten Versuchs von FR, Briefe an ihren Bruder an dieser Kontrolle vorbeizuleiten, wird sie von der Pröpstin streng gemaßregelt.

Nach dieser Missetat verschlechtert sich das Verhältnis zwischen der Pröpstin und FR kontinuierlich. Schließlich wird FR überführt, Geld von einer Schulkameradin geliehen zu haben, worauf die Pröpstin sie von der Schule verweist.

In den letzten Wochen ihres Aufenthalts legt es FR geradezu darauf an, durch disziplinarische Vergehen zu provozieren. Die Pröpstin reagiert darauf, indem sie FR als moralisch verkommen und Gefahr für ihre Kameradinnen beschreibt und sich in finsteren Prophezeiungen FRs Zukunft betreffend ergeht.

Dr. R. Zimmermann

Deutschlehrer von FR am Lehrerinnenseminar in Lübeck.

 

 


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