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Lektüreregister

Diese Seite enthält Anmerkungen zu in den autobiographischen Texten erscheinenden literarischen Werken.

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A

Josef Bayer

Geboren am 6.3.1852 in Wien, gestorben ebenfalls in Wien am 12.3.1913. Komponist. 1883-1913 Hofopernkapellmeister, ab 1885 auch Ballettkapellmeister an der Wiener Hofoper; sein erfolgreichstes Werk ist das Ballett Die Puppenfee (1888).

 

B

August Bebel: Die Frau und der Sozialismus

Bebel war sozialdemokratischer Politiker und Abgeordneter im Reichstag.

In seiner kulturkritischen Untersuchung verfolgt Bebel (beeinflusst von Marx und Bachofen) das soziale Schicksal der Frau durch die Epochen bis zurück zur "vorgeschichtlichen Urhorde", wobei er Statistiken und literarische Beispielen heranzieht. Seine These ist, dass die jahrtausendelange Unterdrückung der Frau in Ehe, Recht und Beruf im Gefolge der Überwindung des Kapitalismus ihr Ende finden wird. Er stellt dabei eine enge Beziehung zwischen der Arbeiterbewegung und den Bestrebungen um die Emanzipation der Frau her.

Als FR 1891 das Buch las, erlebte es gerade seine 9. Auflage. Ihr Kommentar: "Es scheint mir brillant zu sein."

Ida Boy-Ed

Geboren 17.4.1852 in Hamburg-Bergedorf, gestorben am 13.5.1928 in Travemünde. Verfasserin von Romanen und Erzählungen, deren Schauplätze größtenteils Lübeck (wo sie seit 1863 lebte) und Holstein sind.

 

C

 

D

Fjodor M. Dostojewski: Schuld und Sühne

Erschienen 1866 in Petersburg, deutsche Übersetzung von W. Henckel unter dem Titel Raskolnikow 1882.

E

 

F

Ludwig Andreas Feuerbach

Geboren am 28.7.1804 in Landshut, gestorben am 13.9.1872 in Rechenberg bei Nürnberg (heute ein Stadtteil von Nürnberg). Bedeutender Philosoph, wichtig insbesondere durch seinen Einfluss auf Karl Marx.

Vierter Sohn des Juristen Paul von Feuerbach. Besuchte das Gymnasium in Ansbach, und studierte ab 1823 evangelische Theologie bei Karl Daub, der ihn für die Philosophie Hegels begeisterte, weshalb er 1824 für zwei Jahre nach Berlin ging, wo er die Vorlesungen Hegels hörte. 1825 wechselte er von der Theologie zur Philosophie. 1826 promovierte und habilitierte er in Erlangen.

1830 veröffentlichte er anonym Gedanken über Tod und Unsterblichkeit, worin er das Konzept der persönliche Unsterblichkeit ablehnte. Die Schrift wurde beschlagnahmt und seine akademische Karriere erhielt einen terminalen Knick: seine Bewerbungen um Professuren wurden regelmäßig abgelehnt. Versuche, außerhalb Deutschlands eine Stelle zu finden scheiterten ebenso.

Feuerbach verließ daher 1836 die Universität und lebte ab 1837 zurückgezogen im Bruckberg bei Ansbach (Mittelfranken). Seine Frau hatte einen Anteil an einer im dortigen Schloss untergebrachten Porzellanmanufaktur, die aber 1860 bankrott ging. Anschließend lebte er bis zu seinem Tod 1872 in Rechenberg bei Nürnberg. Zusammen mit anderen berühmten Leuten liegt er begraben auf dem Nürnberger Johannisfriedhof.

Bekannt wurde er durch sein 1841 erschienenes religionskritisches Hauptwerk Das Wesen des Christentums. In diesem vertritt er die These, Gott sei eine Projektion menschlicher Sehnsucht ("Der Mensch schuf Gott nach seinem Bildnis"). Marx kritisierte Feuerbachs Standpunkt in seinen Thesen über Feuerbach (erschienen 1845).

FR leiht zwei (nicht näher bezeichnete) Werke von Feuerbach von Marie Schorer.

[Homepage der Feuerbach-Gesellschaft]

 

Die Freie Bühne

Am 29.01.1890 erschien erstmals die Freie Bühne für modernes Leben als Wochenzeitschrift; seit dem dritten Jahrgang wurde daraus die Monatsschrift Freie Bühne für den Entwicklungskampf der Zeit; ab 1894 umbenannt in Neue deutsche Rundschau; ab 1905 führte die Zeitschrift den bis heute beibehaltenen Titel Die neue Rundschau.

Die Zeitschrift war vor allem in den ersten Jahren das wohl wichtigste Forum des Naturalismus in Deutschland, in dem eine Reihe von bedeutenden Werken erstmals veröffentlicht wurden.

Erster Leiter war Otto Brahm, seit 1891 mit ihm zusammen Wilhelm Bölsche. Das im ersten Heft vorangeschickte Zum Beginn erklärte den Kampf wider ""die Lüge jeglicher Gestalt" und für "die individuelle Wahrheit" zum Ziel der Zeitschrift.

In den ersten Heften wurden Gerhard Hauptmanns Dramen Friedensfest und Vor Sonnenaufgang abgedruckt, wo FR sie gelesen hat.

G

Franz Emanuel August von Geibel

Geboren am 17.10.1815 in Lübeck, gestorben am 6.4.1884 ebenfalls da. Als Lyriker epigonaler Spätromantiker und Klassizist. Großvater mütterlicherseits von Emanuel Fehling.

Geboren wurde er als siebtes von acht Kindern in einem reformierten Pfarrhaus. Nach dem Besuch des Katharineums studierte er in ab 1835 Bonn zunächst Theologie und wechselte dann zur klassischen Philologie. Ab 1836 war er in Berlin, wo er Chamisso und Eichendorff kennen lernte. Nach seiner Rückkehr aus Griechenland, wo er ab 1838 durch Vermittlung Bettina von Arnims und Savignys eine Stelle als Hauslehrer beim russischen Botschafter in Athen hatte, veröffentlichte er 1840 seinen ersten Band Gedichte, die bald weite Anerkennung fanden (zu seinen Lebzeiten erschienen ca. 100 Auflagen). Der preußische König setzte ihm 1842 eine lebenslange Pension aus. Er kehrte nach Lübeck zurück und lehrte dort am Gymnasium, bis ihn 1852 König Maximilian II von Bayern als Professor nach München berief, wo er der Mittelpunkt des Münchner Dichterkreises Gesellschaft der Krokodile wurde. 1868 kehrte er nach Lübeck zurück, nachdem seine positive Sicht preußischer Hegemoniebestrebungen am Hof König Ludwigs II, der 1864 Nachfolger seines Vaters Maximilian geworden war, keinen Anklang fand.

Sein heute noch bekanntestes Gedicht ist Der Mai ist gekommen.

FR gegenüber Emanuel Fehling: "Nach der Schule saß ich eine Stunde am Fenster, las in Deines Großvaters Gedichten und trank Bier dabei."

[Gedichte als Online-Text: Projekt Gutenberg]

Johann Wolfgang von Goethe: Hermann und Dorothea

TBD

Schullektüre von FR.

[Online-Text: Projekt Gutenberg]

Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris

TBD

Schullektüre von FR. Sie musste schon zur Aufnahmeprüfung am Lehrerinnenseminar einen Aufsatz über Goethes Iphigenie abliefern. Thema: Warum lehnt Iphigenie den Antrag des Thoas ab?

[Online-Text: Projekt Gutenberg]

Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde

Vermutlich um das Jahr 1210 von Gottfried von Straßburg verfasstes mittelhochdeutsches Versepos von knapp zwanzigtausend paarweise gereimten Zeilen. Genauere Lebensdaten des Dichters sind nicht bekannt.

FR liest Wolframs Tristan und Isolde während der Lübecker Zeit.

[Online-Text: Biblioteca Augustana] [Online-Text: Projekt Gutenberg]

 

H

Gerhart Johann Robert Hauptmann

Geboren am 15.11.1862 als Sohn eines Hotelbesitzers im damaligen Obersalzbrunn in Schlesien geboren, gestorben ist er am 6.6.1946 in seinem Haus Wiesenstein in Agnetendorf, in Kloster auf Hiddensee, das ist eine schmale Insel an der Ostsee vor Rügen. Gilt als bedeutendster Vertreter des Naturalismus in Deutschland. Er ist aber nicht nur Naturalist, sondern sein Werk umfasst viele Stilrichtungen (Impressionismus, Neuromantik, Neuklassik). Wichtig vor allem als Dramatiker, verfasste aber auch Gedichten und Prosa. Nobelpreis 1912.

Er besucht von 1874 bis 1878 die Realschule am Zwinger in Breslau. Anschließend beginnt er eine Ausbildung zum Landwirt, die er wegen eines Lungenleidens abbrechen muss. Von 1880 an besucht er die Bildhauerklasse der Breslauer Kunst- und Gewerbeschule, wo er 1882 mit der mittleren Reife abschließt. Im Herbst 1881 hat er sich mit der Großkaufmannstochter Marie Thienemann (1860-1914) verlobt, die Hauptmanns Lebensunterhalt sichert. Von 1882 bis 1882 studiert er an der Universität Jena Philosophie und Literaturgeschichte. 1883 unternimmt er eine Reise in die Mittelmeerländer und arbeitet anschließend als Bildhauer in Rom. 1884 besucht er die Zeichenklasse der Dresdener Akademie der Künste und hört zwei Semester Vorlesungen an der Universität Berlin. 1885 heiratet er Marie Thiedemann. Das Ehepaar lässt sich in der Umgebung Berlins nieder. Hauptmann beschließt, sich endgültig der Dichtung zuzuwenden.

Im April 1889 wurde in Berlin der Verein "Freie Bühne" als privater Theaterverein gegründet, dessen Hauptzweck es war, die Zensur zu umgehen, indem die Vorstellungen des Vereins nicht öffentlich waren und daher auch nicht der Zensur unterlagen. Später soll FR in München bei der Vorstellung eines Vereins mit ähnlicher Zielrichtung ihren einzigen Auftritt auf dem Theater haben. Die Aufführung des sozialen Dramas Vor Sonnenaufgang 1889 in der "Freien Bühne" macht großen Skandal und Hauptmann über Nacht berühmt. Auf einen Schlag ist er der führende moderne deutsche Dramatiker. Hauptmann schreibt in schneller Folge weitere Dramen, z.B. Das Friedensfest (1890) und Die Weber (1892), in dem er das soziale Elend der schlesischen Weber bewegend darstellt.

1891 Kauf eines Hauses in Mittel-Schreiberhau (Niederschlesien/Riesengebirge). 1894 kommt es zu einer Ehekrise, die Partner trennen sich, er wohnt in Berlin, sie mit den vier Kindern in Dresden. 1895 unternimmt er eine große Italienreise mit der Schauspielerin Margarete Marschalk (1875-1957), die er 1904 heiratet, nachdem er im selben Jahr von seiner ersten Frau geschieden wurde. 1901 bezieht er das Haus Wiesenstein in Agnetendorf, wo er mit Unterbrechungen (hauptsächlich durch Reisen) bis zu seinem Tod lebt. In seinen späteren Jahren wird er Opfer vielfältiger Ehrungen und hauptsächlich als "Dichterfürst" wahrgenommen. Mit dem Dritten Reich kommt er zwischen die Stühle: von den Nationalsozialisten wird er wenig geschätzt, von den Emigranten wird ihm sein Verbleiben in Deutschland zum Vorwurf gemacht.

Gerhart Hauptmann: Das Friedensfest. Eine Familienkatastrophe.

TBD

Von FR Anfang 1890 gelesen.

Gerhart Hauptmann: Vor Sonnenaufgang

TBD

Von FR Anfang 1890 gelesen.

 

I

Henrik Ibsen

Geboren am 20.3.1828 in Skien, gestorben 23.6.1906 in Kristiana (dem heutigen Oslo). Bedeutender norwegischer Dramatiker, der mit seinen gesellschaftskritischen Anliegen als Kämpfer gegen anfechtbare bürgerliche Moral und die "Lebenslüge" gilt.

Ibsen lebt 1875 bis 1878, Winter 1879 und wiederum 1885 bis 1891 in München.

Henrik Ibsen: Brand

Originaltitel: Brand. Dramatisches Gedicht in fünf Akten. Erschienen 1866 in Kopenhagen, uraufgeführt 1885 in Stockholm. Deutsche Übersetzung von P.F.Siebold 1872.

[Online-Text (Übersetzung von Christian Morgenstern 1907)]

Henrik Ibsen: Der Bund der Jugend

Originaltitel: De unges forbund. Lustspiel in fünf Akten. Erschienen 1869, uraufgeführt 1869 in Kristiana (Oslo). Deutsche Übersetzung von A. Strodtmann 1872.

Henrik Ibsen: Die Frau vom Meer

Originaltitel: Fruen fra havet. Schauspiel. Erschienen 1888, uraufgeführt 1889. Deutsche Übersetzung von J. Hofforoy 1888.

Henrik Ibsen: Gespenster. Ein Familiendrama

Originaltitel: Gengangere. Schauspiel in drei Akten. Uraufgeführt 1882 in Chikago, deutsche Erstaufführung im Augsburger Stadttheater 1886. Erschienen 1881, deutsche Übersetzung von W. v. Borch 1884 in Reclams Universal Bibliothek.

Henrik Ibsen: Kaiser und Galiläer

Originaltitel: Kejser og Galilaeer. Erschienen 1873. Deutsche Übersetzung 1888.

Henrik Ibsen: Ein Puppenheim

Originaltitel: Et dukkehjem. Schauspiel in drei Akten. In Deutschland auch unter dem Titel "Nora" (nach der weiblichen Hauptperson) bekannt. Uraufgeführt 1879 in Kopenhagen, deutsche Erstaufführung 1880 am Münchner Residenztheater. Deutsche Übersetzung von W. Lange erschienen 1880 in Reclams Universal Bibliothek.

Inhalt:

Eine wohlanständige bürgerliche Familie: der Mann, Torvald Helmer, Advokat und designierter Bankdirektor, repräsentiert den "Ernst des Lebens", seine Frau Nora, von ihm liebevoll-herablassend "kleine Lerche" und "Eichhörnchen" genannt, repräsentiert den liebenswert-unverantwortlichen weiblichen Hohlkopf, damals ein Standardtypus der bürgerlichen Ehefrau, sowie drei Kinder.

Die Weihnachtsvorbereitungen sind im Gange (und wie oft sind es auch Vorbereitungen für eine Katastrophe). Ein Kredithai (oder eher Kredithering) namens Krogstad, bei dem Nora sich Geld geliehen hatte, um eine Kur zu finanzieren, die das Leben ihres Mannes rettete, sucht sie auf und erpresst sie mit einer Urkundenfälschung, die sie im Zusammenhang mit dem Kredit begangen hatte. Ihrem Mann hatte sie weder damals noch in der Zwischenzeit von dem Kredit erzählt.

Schließlich erfährt ihr Mann durch einen Brief Krogstads von der Urkundenfälschung. Er macht ihr eine grauenhafte Szene: "Keine Religion, keine Moral, kein Pflichtgefühl -. [...] Mein ganzes Glück hast Du zerstört. Meine ganze Zukunft hast Du mir vernichtet." Etc. pp. Es könnte solche Szenen wohl auch zwischen FR und ihrem ersten Ehemann Linke gegeben haben.

Noras Mann überlegt laut, was nun zu tun sei. Gegenüber der Gesellschaft wird man selbstverständlich so tun, als sei alles wie immer. Die Erziehung seiner Kinder kann er solch einer Ausgeburt der Verworfenheit natürlich in Zukunft nicht mehr anvertrauen: "Das der Frau sagen zu müssen, der Frau, die ich so innig geliebt, und die ich noch -!" Doch dann kommt unverhofft die vermeintliche Rettung: Krogstad ist in sich gegangen und hat den Schuldschein mit der gefälschten Unterschrift zurückgeschickt. Er wirft den Schuldschein ins Feuer und alles soll nun vergeben und vergessen sein: "Wie bist Du auf den Gedanken gekommen, ich könnte Dich verstoßen oder Dir auch nur einen Vorwurf machen? O Nora, Du kennst das Herz eines wirklichen Mannes nicht."

Doch Nora kennt es nur allzu gut. Ihr ist offenbar geworden, dass der Grund für die vorherige hysterische Entrüstung ihres Mannes nicht moralischer Natur war, sondern die Angst eines Schwätzers und Feiglings vor gesellschaftlicher Bloßstellung. Sie will nicht mehr das "kleine Singvögelchen" eines solchen Mannes sein. Sie verlässt ihn.

Besonders pikant ist die Darstellung des Helmers. Der meint, ein Mann zu sein, der sich auskennt und alles unter Kontrolle hat. Dabei bekommt er bis zur dramatischen Schlussszene nichts mit von dem, was um ihn herum abläuft, und natürlich hat er auch nichts unter Kontrolle. Ein auch heute noch gültiges Männerbild.

Am Lübecker Stadttheater wird das Stück am 10.12.1891 aufgeführt, wobei der Theaterdirektor auf ein externes Ensemble zurückgreift. Es ist nicht bekannt, ob FR die Aufführung gesehen hat.

[Online-Text]

Henrik Ibsen: Peer Gynt

Originaltitel: Peer Gynt. Versdrama in fünf Akten. Erschienen 1867, uraufgeführt in Kristiana (Oslo) 1876. Deutsche Übersetzung von L. Passarge 1881.

Edvard Grieg ( geboren in Bergen am 15.6.1843, gestorben in Bergen am 4.9.1907 ) komponierte zu Peer Gynt eine Schauspielmusik. Das darin enthaltene Lied Solvejgs wurde zum Inbegriff norwegischer Musik.

[Online-Text]

Henrik Ibsen: Stützen der Gesellschaft

Originaltitel: Samfundets Støtter. Schauspiel in vier Akten. Erschienen und uraufgeführt 1877. Deutsche Übersetzung von E. Jonas 1878.

Henrik Ibsen: Ein Volksfeind

Originaltitel: En folkefiende. Schauspiel in fünf Akten. Erschienen 1882, uraufgeführt 1883 in Stockholm. Deutsche Übersetzung von W. Lange 1883 in Reclams Universal Bibliothek.

Henrik Ibsen: Die Wildente

Originaltitel: Vildanden. Schauspiel in fünf Akten. Erschienen 1884, uraufgeführt in Bergen 1885. Deutsche Erstaufführung 1888 in Berlin und Übersetzung von F. Brausewetter 1887 in Reclams Universal Bibliothek.

 

J

 

K

Alexander Lange Kielland

Geboren am 18.2.1849 in Stavanger, gestorben am 6.4.1906 in Bergen. Norwegischer Schriftsteller.

Alexander Lange Kielland: Gift

Erschienen Kopenhagen 1883. Deutsche Übersetzung von D. v. Sarauw 1886.

Alexander Lange Kielland: Schiffer Worse

Originaltitel: Skipper Worse. Erschienen Kopenhagen 1882. Deutsche Übersetzung von M. Ottersen 1882.

 

L

Carl Laufs und Wilhelm Jacoby: Pension Schöller

Posse in 3 Akten. Uraufführung am 7.10.1890 im Wallner-Theater in Berlin.

Die Pension Schöller ist ein auch heute noch sehr beliebter Bühnenschwank.

Die Handlung ist folgende: Philipp Klapproth, ein Pensionär aus der Provinz, kommt nach Berlin, um etwas spezielles zu erleben, womit er zuhause seine Stammtischfreunde beeindrucken kann. In einer Provinzzeitung hat er gelesen, dass es seit neuerdings Institute für Geisteskranke gibt, die wie Hotels geführt werden und in denen die "Irren" sogar abends Soiree abhalten. Er bittet seinen Neffen Alfred, ihm den Besuch einer solchen Soiree zu vermitteln. Der Neffe möchte dem Erbonkel gern den Gefallen tun, aber wie? Da erzählt ihm der Kellner Eugen, dass sein Onkel in der Pension Schöller regelmäßig Gesellschaftsabende mit den zwar etwas exzentrischen, aber eigentlich durchaus normalen Gästen gibt. Warum einen solchen Abend nicht als Soiree der Verrückten ausgeben? Gesagt, getan. Der Neffe nimmt den Onkel zur "Soiree der Verrückten" mit. Aus der Fehlinterpretation normalen Spleens als Zeichen von Wahnsinn zieht das Stück seine Komik. Es gipfelt schließlich darin, dass die Damen und Herren aus der Pension Schöller Herrn Klapproth zu Hause besuchen kommen.

FR sieht das Stück im Januar 1891 mit viel Freude und lobt die Inszenierung.

 

M

James Macpherson

Geboren am 27.10.1736 in Ruthven bei Inverness, gestorben am 17.2.1796 in Belville bei Inverness. Schottischer Dichter und Verfasser des Ossian, der wohl berühmtesten und wirkungsreichsten literarischen Fälschung aller Zeiten.

Er begann als Sammler gälischer Manuskripte und mündlicher Traditionen. 1760 veröffentlichte er Fragments of ancient poetry translated from the Gallic or Erse language, gefolgt 1762 von Fingal und 1763 Temora, zweier Versepen, von denen er behauptete, es seien Übersetzungen von Gesängen des gälischen Barden Ossian (eigentlich Oisín, Sohn des Fionn Mac Cumhaill, aus dem Sagenkreis um Finn MacCool und die Fianna.

Die Authentizität wurde bald bezweifelt, unter anderem von Samuel Johnson. Die entstehende Kontroverse wurde erst im 19. Jahrhundert beigelegt, als nachgewiesen wurde, dass die von Macpherson vorgelegten angeblichen Originaltexte (fehlerhafte) Übersetzungen aus dem Englischen ins Gälische waren.

Durch seine Weigerung, sich als Autor der Ossianischen Gesänge zu bekennen, betrog Macpherson sich letzten Endes um die Anerkennung seiner Verdienste und seiner dichterischen Geltung.

Der Wirkung des Ossian in der Romantik tat dies keinen Abbruch. Einer seiner großen Bewunderer war Goethe, der den Ossian den Werken Shakespeares gleichrangig zur Seite stellte.

Julius Mannhardt: Ein Katechismus der Moral und Politik - Für das Deutsche Volk

1891 offenbar anonym in Leipzig bei Hirschfeld erschienen. Näheres konnte nicht ermittelt werden.

 

N

Nibelungenlied

Der bedeutendste mittelhochdeutsche Heldengesang. Er entstand durch Verschmelzung von Material aus verschiedenen Sagenkreisen verschiedener germanische Stämme. Sofern diese Sagen geschichtliche Wurzeln haben, weisen diese in die Völkerwanderungszeit (4. bis 6. Jahrhundert).

Die überlieferte Fassung ist das Werk eines oberdeutschen (österreichischen) Geistlichen. Er bearbeitete die alte Heldendichtung im Sinne der zeitgenössischen höfischen Dichtung. Entstanden ist das Nibelungenlied wahrscheinlich zwischen 1198 und 1204, vermutlich im Umkreis des Bischofs Wolfger in Passau an der Donau.

Das Lied besteht aus 39 Abschnitten ("Aventiuren") und ist in etwa 2400 Nibelungenstrophen, vier paarweise reimenden Langzeilen, abgefasst.

Die drei wichtigsten Handschriften sind:

  • A aus Hohenems, jetzt in München, die kürzeste (2316 Strophen),
  • B in Sankt Gallen, die volkstümlichste und der Urschrift am nächsten stehende Handschrift, 2376 Strophen, und
  • C, ebenfalls aus Hohenems, jetzt Donaueschingen, die sorgfältigste, längste (2442 Strophen) und am stärksten höfisch umgestaltete Fassung.

Alle drei Handschriften stammen aus der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts.

Die Wiederentdeckung des mit dem Beginn der Neuzeit vergessenen Nibelungenliedes ist unter anderen Johann Jakob Bodmer zu verdanken, der es 1757 teilweise wieder herausgab. Durch die Romantik und ihre Verklärung des Mittelalters und der "germanischen Urzeit" nahm die Begeisterung für den Stoff zu.

FR las das Nibelungenlied während ihrer Lübecker Zeit nach eigenem Zeugnis im mittelhochdeutschen Originaltext.

[Online-Text: Biblioteca Augustana]

Friedrich Nietzsche

TBD

[Biografie]

Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle oder Keinen

Erschienen in vier Teilen zwischen 1883 und 1885.

TBD

[Online-Text]

 

O

 

P

 

Q

 

R

 

S

Friedrich von Schiller: Wallenstein

TBD

Schullektüre von FR.

[Online-Text: Projekt Gutenberg]

Schopenhauer

 

 

T

Graf Lew Nikolajewitsch Tolstoi

TBD

Graf Lew Nikolajewitsch Tolstoi: Anna Karenina

TBD

Graf Lew Nikolajewitsch Tolstoi: Die Macht der Finsternis

Originaltitel: Vlast Tmy. Drama in fünf Akten. Erschienen 1886, deutsche Übersetzung von A. Scholz 1887. Uraufführung 1895 in Petersburg.

Ein im trüben Alltag der russischen Bauern der 1860er Jahre angesiedeltes sozialkritisches Drama. Der Untertitel Ist die Kralle hängengeblieben, muss das ganze Vögelchen zugrunde gehen signalisiert die Thematik der ausweglosen Verstrickung in das Böse.

TBD

Turgenjew: Erste Liebe

Originaltitel: Pervaja Ljubov. Erschienen in Petersburg 1860, deutsche Übersetzung von F. Bodenstadt 1864.

TBD

Turgenjew: Väter und Söhne

Originaltitel: Otcy i Deti. Erschienen 1862 in Moskau, deutsche Übersetzung 1869.

TBD

FR leiht sich über Käthe Wohlert von deren Bruder Heinrich Väter und Söhne.

 

U

 

V

 

W

 

XY

 

Z

Émile Zola

 

Émile Zola: Die Bestie im Menschen

Originaltitel: La bête humaine. TBD

Émile Zola: Germinal

Erschienen 1885 in Paris, deutsche Übersetzung ebenfalls 1885 in Dresden.

TBD

Émile Zola: Nana

TBD

Émile Zola: Der Totschläger

Originaltitel: L'Assomoir. Erschienen 1877, deutsche Übersetzung von W. König 1880.

FR kannte dieses Werk vermutlich in einer 1879 erschienen dramatischen Bearbeitung von W. Busnach und O. Gastineau.

 


Falls Sie mich auf Fehler, Auslassungen, Unsinn oder sonstige Korrigenda hinweisen wollen, tun sie das bitte.

Copyright © Wolfgang Rieger 2006

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